27.12.09
Interview des Finanzverantwortlichen der X. INTERNATIONALEN KONFERENZ MARXISTISCH-LENISTISCHER PARTEIEN UND ORGANISATIONEN (IKMLPO) mit SOLIDARITÄT INTERNATIONAL (SI)
1.Durch die weltumspannende Neuorganisation der Produktion ist die Zusammenarbeit der Menschen, die im Kampf um Selbstbestimmung und Selbstbefreiung stehen sehr notwendig. Die Herrschenden haben angesichts der begonnenen Weltwirtschaftskrise nahezu tägliche Krisengipfel und Zusammenkünfte. Welche Ziele verfolgt die Internationale Konferenz?
Ziele der IK sind die Zusammenarbeit und Einheit der Marxisten-Leninisten.
Die Initiative zur IK fiel in eine Zeit, in der durch den Schaden, den die modernen Revisionisten in der Sowjetunion und in China angerichtet hatten, eine große Zersplitterung in der internationalen marxistisch-leninistischen Bewegung vorherrschte.
Diesen Zustand galt es zu beheben und gleichzeitig die Lehren aus der Restauration des Kapitalismus in den ehemaligen sozialistischen Ländern zu ziehen.
Zur Zusammenarbeit: Immer mehr grundlegende Probleme der Menschheit können nicht mehr in einem nationalstaatlichen Rahmen gelöst werden (Umwelt-, Ernährungs-, Flüchtlingsprobleme...). Die Internationalisierung der Produktion führt zur Internationalisierung des Klassenkampfes und der Revolution. Die Zusammenarbeit der Marxisten-Leninisten auf internationaler Ebene ist damit eine zwangsläufige Logik.
2. Wie organisiert ihr die IK ?
Wir organisieren die Konferenz gemeinsam und mit einem enormen und aufopferungsvollem, aber kostensparenden unentgeltlichen Einsatz vieler Helfer.
3. Nach welchen Prinzipien geht ihr vor ?
Bereits auf der 4. IK haben wir folgende Prinzipien, auf denen die Zusammenarbeit unter den Teilnehmern beruht, festgelegt:
Unabhängigkeit und Gleichberechtigung, gegenseitige Achtung, Unterstützung und Zusammenarbeit.
Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten ... Jede Organisation ist souverän in ihren Schlussfolgerungen.
Einmütigkeit und Einstimmigkeit bei der Beschlussfassung.
Die schrittweise Erlangung der Einheit, prinzipielle Diskussion und Zusammenarbeit zwischen den Parteien und Organisationen, keine öffentliche Angriffe eines Konferenzteilnehmers auf einen anderen.
Verpflichtung aller Teilnehmerorganisationen zur gemeinsamen Vorbereitung der nächsten IK entsprechend ihren Möglichkeiten.
Finanzielle Unabhängigkeit und Selbstfinanzierung der gemeinsamen Arbeit je nach Möglichkeit.
Diese Prinzipien wurden ausdrücklich noch mal auf der 9. IK bestätigt.
4. Kommen nur marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen in Frage ?
Ja. Die IK ist ein Forum marxistisch-leninistischer Parteien und Organisationen. Die Teilnahme an der IK beruht auf folgenden Hauptkriterien:
Festhalten am Marxismus-Leninismus und den Mao Tsetung Ideen und schöpferische
Anwendung bei der Durchführung des Klassenkampfes in jedem Land.
Kampf dem modernen Revisionismus und eine positive Haltung gegenüber Stalin und Mao Tsetung.
Anerkennen der Konferenzregeln . . .
Deshalb nehmen an der IKMLPO nur marxistisch-leninistische Parteien teil. Viele Teilnehmer unserer Konferenz nehmen darüber hinaus aber auch an anderen Konferenzen teil, die unterschiedliche oder ähnliche Zielsetzungen haben.
5. SI unterstützt durch Spenden die Anreise von Teilnehmern zu dieser Konferenz. Das ist den Herrschenden natürlich ein Dorn im Auge. Auf Betreiben des Verfassungsschutzes wurden uns schon mal Konten gekündigt. Was sagst du dazu ?
Und das in einem Land, in dem 65 Jahre nach Auschwitz Neofaschisten Wahlkampfkosten in Millionenhöhe erhalten !
6. SI unterstützt auch andere Organisationen und Zusammenkünfte, aber keine religiöse Fundamentalisten oder faschistische Organisationen. SI ist auf antifaschistischer Grundlage überparteilich und weltanschaulich offen. Was haltet ihr Marxisten-Leninisten von diesem Prinzip ?
Es liegt in der Natur der Sache, dass fortschrittliche und revolutionäre Menschen sich gegenseitig unterstützen, denn im Grunde führen wir alle einen gemeinsamen Kampf für eine bessere Welt in der jeder Mensch auch Mensch sein kann.
So wie das Öl das Schmiermittel der Weltwirtschaft ist, so ist die Solidarität das Schmiermittel des internationalen Klassenkampfes. "Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völkern." (Che Guevara)
7. SI sagt klar, dass das Geld für Reisekosten für solche Teilnehmer verwendet werden soll, die aufgrund der herrschenden Situation in ihren Ländern sonst nicht an der Konferenz teilnehmen könnten. Kannst du an einem Beispiel verdeutlichen wie ihr das handhabt und welchen eigenen Beitrag die Teilnehmer leisten ?
Die größten Kosten der IK sind die Reisekosten. In der Tat. könnten viele Teilnehmer aus den ausgebeuteten und unterdrückten Ländern nicht teilnehmen, weil sie diese Kosten nicht tragen können. Viele kommen aus Ländern mit ungeheuerlichen Bedingungen (Armut, Hunger, Krieg ...)
Aber alle Teilnehmer unternehmen trotzdem eigene Anstrengungen um zur Finanzierung beizutragen, so z.B. durch den Verkauf von Kunstgegenständen aus ihrem Kulturkreis.
Es gibt innerhalb unserer Konferenz, was die Finanzierung anbelangt, eine innere Solidarität
zwischen zahlungskräftigeren und zahlungsschwächeren Teilnehmern.
8. Angesichts des ganzen Elends auf der Welt und der vielen gerechten Kämpfe könnte man denken, dass direkte Spenden an ein bestimmtes Projekt sinnvoller wären ? Was meint ihr dazu ?
Das eine schließt das andere nicht aus. Sicher sollen auch punktuell Projekte unterstützt werden, besonders auch im Bereich von Hilfe bei Katastrophen oder auch bei Fällen von besonderer politischer Repression, aber wenn man Spendenaktivitäten nur in die Breite entfaltet, besteht auch eine bestimmte Verpuffungsgefahr. Unsere Konferenz hat die Gesamtheit all der weltweiten Kämpfe und ihre Weiterentwicklung zum Ziel, ist also auch in die Tiefe ausgerichtet.
9. Wann soll die nächste IK stattfinden und wie weit seid ihr in der Vorbereitung ?
Die Konferenzen finden in einem Rhythmus von 2-3 Jahren, statt. Aber auch dazwischen gibt es regelmäßige Treffen der gemeinsamen Koordinationsgruppe (JCG). Auch zu diesen Treffen finden Anreisen von Delegierten aus ausgebeuteten und unterdrückten Ländern statt. Des weiteren geben wir im Rahmen der inhaltlichen Vorbereitung die Internationale Pressekorrespondenz heraus.
10. Werden wieder Spenden gebraucht?
Ja, Spenden werden immer gebraucht. 1988 begannen wir mit 6 Teilnehmern. Heute zählen wir
38 Teilnehmer und international gibt es ein wachsendes Interesse an der IK. Dementsprechend brauchen wir genügend Gelder, um diese Ausdehnung auch finanziell zu gewährleisten
Was die Handhabung von Spenden und Beiträge anbelangt, so schließen wir eine bürgerliche Haltung gegenüber dem Geld aus: Keine "Funktionärsgehälter", keine Produktion von nutzlosen Glanzpapierbroschüren, keine Vergnügungsreisen, keine Sorglosigkeit und keine Verschwendung.
Im Gegenteil. Sparsamkeit und Einschränkungen wo immer sie auch möglich sind (Reise-, Verpflegungs-, Bürokosten ...) prägen unsere Finanzaktivität. Auf der Konferenz selbst legen wir Rechenschaft bis zum letzten Cent ab, führen eine Kontrolle durch und handhaben unsere finanziellen Angelegenheiten mit großer Gewissenhaftigkeit und eiserner Disziplin. Alle Beiträge und Spenden sind zweckgebunden.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, SOLIDARITÄT INTERNATIONAL für ihre Unterstützung zu danken. Ihr werdet eurem Namen voll gerecht.